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Ayurveda ist vorwiegend eine Naturheilkunde. Rund 5.000 Pflanzen gehören zum ayurvedischen Arzneischatz. Ayurveda ist aber auch eine hochentwickelte Lebensphilosophie, ein ganzes medizinisches System, das den menschlichen Sinnen noch “vertraut”.

Obwohl Ayurveda rund 3.500 Jahre alt ist, passt sie auch in unser Industriezeitalter. Unser Kontakt zur Natur hat sich in den letzten 200 Jahren grundlegend geändert. Dieses “weg von der Natur” hat unser Gleichgewicht zerstört. Wir müssen nun wieder lernen, mit der Natur und uns in Harmonie zu leben.

In der Lehre von Ayurveda ist nicht die Entstehung von Krankheiten beschrieben, sondern auch viele Maßnahmen zu deren Verhütung und vor allen zur Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit. Die Diagnose stellt der Vaidya nicht mit Hilfe von Laborwerten, Röntgenbildern und sonstigen uns vertrauten Diagnosehilfen. Die wichtigsten Methoden sind die Augen-, Zungen und die Pulsdiagnose. Mit Zeige-, Mittel und Ringfinger spürt der Vaidya den Strom in den Adern. Über den Puls lässt sich genau ermitteln, was gerade in unseren Organen vorgeht. Die ganze Symphonie der körperlichen Signale werden im Puls gebündelt. Dabei erfühlt der Vaidya den Allgemeinzustand des Patienten und seiner Energieflüsse.

Vata steuert die Bewegungsabläufe, Pitta kurbelt den Stoffwechsel an, und Kapha gibt die Struktur. Gesundheit entspricht dem Gleichgewicht dieser drei sogenannten Doshas. Krankheiten können ausbrechen, wenn sich die Doshas im Ungleichgewicht befinden. Der Ayurveda-Typ eines jeden einzelnen ist auch entscheidend dafür, welche Nahrungsmittel und Gewürze er meiden soll und welche seiner Gesundheit förderlich sind. Ein ayurvedischer Grundsatz lautet “Lasst eure Nahrung eure Medizin sein”. Die Nahrung ist ein wichtiger Weg zur Harmonisierung der Doshas.


Die drei Doshas

 

Vata 

Vata verbindet Luft mit dem Ätherelement, wobei die Luft vorherrscht. Vata steht für Bewegung und Fluss. Vata steuert das Wachstum, regelt die Aktivität des Geistes und der Sinnesorgane und bewirkt Wachheit, Klarheit und Kreativität. Vata kontrolliert die beiden anderen Doshas und kann entsprechend auch als “Schrittmacher der biologischen Aktivität” bezeichnet werden.

Merkmale: beweglich, schnell, leicht, kalt, subtil, rauh, trocken

Eigenschaften: geringes Gewicht und leichter Körperbau, Begeisterungsfähigkeit, Neigung zu trockener Haut, Geht Dinge schnell an, Abneigung gegen kaltes und windiges Wetter, Unregelmäßiger Hunger und unregelmäßige Verdauung, Neigung zu Verstopfung, Schnelle Auffassungsgabe und gutes Kurzzeitgedächtnis, Neigung zu Sorgen und Kummer. Leichter unterbrochener Schlaf. Ist das Dosha Vata nicht im Gleichgewicht, kann das die Ursache für folgende Krankheiten sein: Gewichtsverlust, Schwäche, Verstopfung, Lähmung, Arthrose, Bluthochdruck, rauhe Haut, Angst, Ruhe- und Schlaflosigkeit

Ausgeglichenes Vata sorgt für Vitalität, Abwehrkraft, gesunden Schlaf, gute Bildung der Körpergewebe, geregelte Verdauung, Heiterkeit, klarer und wacher Geist

Pitta 

In erster Linie ist Pitta das Feuerelement. Wasser ist ihm als zweites Element zugeordnet Pitta ist für den Stoffwechsel und die Verdauung zuständig. Pitta regelt den Wärmehaushalt des Körpers. Eine weitere Funktion ist der Intellekt und der emotionale Ausdruck.

Merkmale: heiß, scharf, leicht sauer, durchdringend, leicht ölig

Eigenschaften: mittelschwerer Körperbau, arbeitet sehr systematisch und organisiert, Abneigung gegen Hitze. starker Hunger und gute Verdauung. kann Mahlzeiten schlecht ausfallen lassen, mittlere Auffassungsgabe und Gedächtnis, guter Rechner, Erlerntes systematisch wiedergeben, unternehmungslustig, mutiger Charakter, Neigung zu Ungeduld, Ärger, leicht erregbar, bevorzugt kalte Speisen und kühle Getränke, Neigung zu Sommersprossen und Muttermalen. Ist das Dosha Pitta nicht im Gleichgewicht, kann das die Ursache für folgende Krankheiten sein: Verdauungs- und Leberfunktionsstörungen, Entzündungen, Hautkrankheiten, ungenügender Schlaf, brennende Empfindungen, starkes Schwitzen, übersäuerter Magen, Reizbarkeit.

Ausgeglichenes Pitta sorgt für gute Verdauung, Zufriedenheit, reine Haut, geschmeidiger Körper, ausgewogene Körperwärme, ausgeglichenes Seelenleben

Kapha 

Kapha ist die Verknüpfung von Wasser mit dem Erdelement, wobei das Wasser vorherrscht. Die Körperstrukturen und der Flüssigkeitshaushalt sind wichtige Aufgaben von Kapha. Auch Zusammenhalt und Stabilität der Strukturen unseres Körpers sowie die Förderung unserer biologischen Stärke werden Kapha zugeordnet.

Merkmale: schwer, ölig, kalt, stabil, glatt, fest, träge

Eigenschaften: stabiler, schwerer Körperbau, große Stärke und Ausdauer, geht Dinge methodisch und langsam an, Neigung zu glatter und fetter Haut, geringes Hungergefühl und langsame Verdauung, ruhige und beständige Persönlichkeit, langsame Auffassungsgabe, aber gutes Langzeitgedächtnis, tiefer und langer Schlaf, kräftiges, eher dunkles Haar, ist schwer aus der Ruhe zu bringen. Ist das Dosha Kapha nicht im Gleichgewicht, kann das die Ursache für folgende Krankheiten sein: Gewichtszunahme, schwache Gelenke, großes Schlafbedürfnis, Trägheit, Blässe, Kälte, Depression

Ausgeglichenes Kapha sorgt für Kraft, Würde, gesunde Gelenke, geistige Stabilität, Nachsicht, Mut, Vitalität, wohlproportionierter Körper


Krankheit oder Gesundheit in Abhängigkeit der Doshas

Wie bereits erwähnt beruht Ayurveda darauf, dass die Doshas im Gleichgewicht sein sollen. Das bedeutet aber nicht, dass alle drei Doshas zu gleichen Teilen im Körper vorhanden sein müssen. In erster Linie geht es um die individuelle Balance der Doshas. Befindet sich ein Dosha nicht im Gleichgewicht, kommt es zu Störungen im Organismus. Langfristig kann dies zu Krankheiten führen.